Rosenau - Lokalität & Bühne in Stuttgart

Startseite

LIEBES PUBLIKUM, WERTE GÄSTE,

an dieser Stelle schreibt aus berufenem Munde einer unserer Künstler das Vorwort für unser Programmheft. Dieses Mal kommen die einleitenden Worte von El Mago Masin. Und ich freue mich, Sie schon bald wieder in der Rosenau zu begrüßen. Ihr Michael Drauz!

El Mago Masin

Liebe Gäste und Freunde der Rosenau,


in der Rosenau wurde ich einmal von frisch verzückten Teilen des Publikums nach der Show gefragt, warum ich denn nicht längst in großen Hallen spiele. Und nachdem ich routiniert jede Spur von Ironie im Gesamtbild des Fragestellenden – inklusive Frage – ausgeschlossen habe, antwortete ich: „Weil ich die Nähe zum Publikum mag. Nur so hat der Abend diesen besonderen Zauber. In einer Halle geht das alles verloren. Den Zauber hast du nur in so 100er-, 200er-Locations.“ Ich könnte auch ‚Kleinkunstbühnen’ sagen, aber wenn mich ein Mit-Zwanziger fragt, hau´ ich gerne mit unterstützend wissendem Heben der Augenbrauen ein ‚100er-200er-Locations’ raus. Und im Weggehen füge ich ein „ ... und weil ich nicht in große Hallen gebucht werde“ hinzu. Aber ehrlich, Du als Kleinkunstkonsument weißt das – die Sache mit dem Zauber stimmt. Und ich weiß das auch, ich habe schon in Hallen gespielt! Also in einer. Gut – es war die Weihnachtsfeier eines Geräteherstellers für zahnmedizinische Strahlen- und Lasertechnik. Und es war keine Halle, es war ein Zelt. Und der Großteil der Gäste kam aus Ungarn. Aber der Zauber war trotzdem nicht so richtig da.


In der Rosenau haben wir diesen Zauber. Wir haben diese Nähe. Als Künstler, wie als Publikum. Einfach mal heruntersteigen und einen beherzten Schluck vom leckeren Bier des netten Mannes mit der Brille in der ersten Reihe nehmen. Das geht in der Porsche-Arena halt einfach nicht. Und außerdem möchte ich das gar nicht, weil ich keinen Bock auf schales Industriebier aus Plastikbechern habe. Und sollte ich eines Tages dennoch nur noch die großen Hallen spielen, obwohl ich das gezielt durch disziplinierte Unprofessionalität und konsequente Faulheit zu vermeiden versuche, so haut mir dieses Programmheft um die Ohren, stopft mich mit Maultäschle aus und lasst Matthias Egersdörfer „Ein Ding der Unmöglichkeit“ auf meinen Bauch tätowieren. Bis es aber soweit ist, kommt in die Rosenau und betrachtet aus nächster Nähe mit Friedemann Weise die Welt aus der Sicht von schräg hinten, eskaliiiiert mit den Mädels von Suchtpotenzial und probt mit Nils Heinrich den Aufstand.


Und die Maultäschle sind halt einfach ein Traum.


Euer
El Mago Masin

zum Seitenanfang